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Erschließung Friedhofserweiterungsfläche
Rund 130 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen am 21. Januar 2026 an der Bürgerversammlung der Gemeinde Groß-Zimmern teil, zu der der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Manfred Pentz, einlud. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, die von Christof Glaser, stellvertretender Vorsitzender der Gemeindevertretung, moderiert wurde, stand nach dem Thema Kommunale Wärmeplanung die Erschließung der Friedhofserweiterungsfläche auf dem Programm.
Hierbei wurden erstmals Pläne für die künftige Nutzung einer rund ein Hektar großen Fläche vorgestellt, die ursprünglich für eine Erweiterung des Friedhofs vorgesehen war. Aufgrund des langfristigen Trends zunehmender Feuerbestattungen und rückläufiger Erdbestattungen wird diese im Gemeindebesitz befindliche Erweiterungsfläche für den Friedhof nicht mehr benötigt und kann – zumindest teilweise – für andere Bauzwecke genutzt werden.
Grundlage der vorgestellten Überlegungen ist eine zuvor durchgeführte Bedarfsermittlung, die den tatsächlichen Flächen- und Nutzungsbedarf der Gemeinde analysierte. Das Areal grenzt auf der einen Seite direkt an den bestehenden Friedhof, auf den anderen drei an ein Wohngebiet.
Mit der Entwicklung von Nutzungskonzepten wurde die Planungsgruppe Darmstadt beauftragt. Deren Vertreter stellten bei der Bürgerversammlung drei unterschiedliche Konzepte vor, die verschiedene Bausteine kombinieren. Vorgesehen sind unter anderem Wohnbebauung, ein Ärztehaus, eine Kindertagesstätte sowie Gebäude für barrierefreies und betreutes Wohnen. Zudem soll eine benötigte Fläche für die Garten- und Landschaftsabteilung der Gemeinde Groß-Zimmern erhalten bleiben.
Der Bedarf an Wohnraum ist weiterhin hoch. Besonders im Fokus steht jedoch der Bau einer neuen Kindertagesstätte. Diese könnte dazu beitragen, auf die kostenintensiven und energetisch wenig effizienten Gruppencontainer an den Kitas Wichernweg und Blumenstraße künftig verzichten zu können. Auch für ein Ärztezentrum wurde seitens des Hausarztzentrums ein dringender Bedarf signalisiert, um die medizinische Versorgung vor Ort zu optimieren. Darüber hinaus gewinnt das Thema barrierefreies und betreutes Wohnen angesichts der demografischen Entwicklung und einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung auch in Groß-Zimmern weiter an Bedeutung. Aus der Zuhörerschaft wurde hierfür bereits ein starkes Interesse bekundet.
Während die vorgestellten Planungen von vielen als Gewinn für die Gesamtgemeinde gesehen werden, äußerten Anwohner des angrenzenden Wohngebiets auch Unmut. Sie verwiesen darauf, dass sie sich an den bisherigen freien Blick ins Grüne gewöhnt hätten, und formulierten konkrete Wünsche, die aus ihrer Sicht bei der weiteren Planung berücksichtigt werden sollten. Dazu zählen der Verzicht auf Wohnbebauung, der Erhalt des bestehenden Baumbestands sowie eine Begrenzung der Gebäudehöhe auf maximal eineinhalb Geschosse. Diese Anregungen wurden in der anschließenden Diskussion vorgetragen und von der Gemeindeverwaltung und anwesenden politischen Vertretern zur Kenntnis genommen.
Bürgermeister Mark Pullmann betonte, dass sich das Verfahren noch in einem frühen Stadium befinde. „Noch ist nichts entschieden“, sagte er, fügte jedoch hinzu: „Aber eines kann ich jetzt schon versichern: Diese Fläche wird nicht so bleiben, wie sie ist.“
Die Präsentation der Planungsgruppe Darmstadt ist auf der Internetseite der Gemeinde Groß-Zimmern unter www.gross-zimmern.de/staedtebauplanung einsehbar.

