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Gewässerschau an der Gersprenz
Am 1. Oktober 2026 fand die jährliche Gewässerschau des Wasserverbandes Gersprenzgebiet statt. Auf dem Abschnitt von Wersau bis Dieburg wurde auch der Gewässerabschnitt im Bereich der Gemeinde Groß-Zimmern gemeinsam vor Ort begutachtet.
An der Begehung nahmen Vertreter des Wasserverbandes, der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), der beteiligten Kommunen, der Landwirtschaft sowie der Firma Röder teil. Im Mittelpunkt stand die gemeinsame fachliche Beurteilung der Gersprenz und ihrer Uferbereiche. Die regelmäßigen Gewässerschauen dienen dazu, Mängel und Handlungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und notwendige Unterhaltungsmaßnahmen abzustimmen. Ziel ist es, Hochwasserschutz, Naturschutz und eine naturnahe Gewässerentwicklung miteinander in Einklang zu bringen.
Umgang mit Sturmschäden und Totholzmanagement
Neben dem allgemeinen Zustand des Gewässers wurden die Ufervegetation und mögliche Abflusshindernisse betrachtet. Ein konkreter Aspekt waren umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste infolge zurückliegender Stürme. Die Beteiligten bewerteten gemeinsam, wo diese ein Risiko für den Wasserabfluss und die Hochwassersicherheit darstellen. Die erforderlichen Räum- und Sicherungsarbeiten werden durch die Firma Röder durchgeführt.
Dabei wird Totholz nicht pauschal entfernt. Wo es die Hochwassersicherheit und die Abflussverhältnisse zulassen, bleiben geeignete Strukturen im Rahmen eines ökologisch orientierten Totholzmanagements erhalten. Totholz schafft wertvolle Lebensräume, erhöht die Strukturvielfalt und unterstützt die natürliche Entwicklung des Gewässers.
Für die Gemeinde Groß-Zimmern ist die Gewässerschau ein wichtiges Instrument, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und notwendige Maßnahmen direkt mit den zuständigen Stellen abzustimmen. Naturnahe Gewässerstrukturen und funktionsfähige Uferbereiche leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zum vorsorgenden Hochwasserschutz, zur Klimaanpassung und zur ökologischen Entwicklung der Gersprenz.
Wichtiger Hinweis für Anwohner und Grundstückseigentümer
Die Gemeinde nimmt die Gewässerschau zum Anlass, auf ein häufiges und vermeidbares Problem hinzuweisen: Grünschnitt, Äste, Laub und sonstige Gartenabfälle dürfen nicht an Böschungen oder unmittelbar an Gewässern abgelagert werden.
Solche Ablagerungen können verschiedene Probleme verursachen:
Erosionsgefahr: Die Ablagerungen überdecken die natürliche Ufervegetation. Geht die schützende Gras- und Krautschicht verloren, verliert die Böschung an Stabilität und wird anfälliger für Erosion und Ausspülungen.
Hochwasserrisiko: Bei Starkregen oder Hochwasser kann das Material in das Gewässer gespült und weitertransportiert werden. An Brücken, Durchlässen oder anderen Engstellen können dadurch Abflusshindernisse entstehen und Hochwassersituationen verschärft werden.
Ökologische Belastung: Bei der Zersetzung von Grünschnitt und anderem organischen Material werden unter anderem Stickstoff- und Phosphorverbindungen freigesetzt. Dies kann zur Nährstoffanreicherung und Eutrophierung des Gewässers beitragen und übermäßiges Algen- und Pflanzenwachstum fördern. Gleichzeitig verbraucht der mikrobielle Abbau organischen Materials Sauerstoff. Besonders bei niedrigen Wasserständen und hohen Temperaturen kann dies zu Sauerstoffmangel führen und Fische sowie andere Wasserorganismen erheblich belasten.
Die Gemeinde bittet daher alle Anlieger, die Gewässer- und Uferbereiche freizuhalten und Grünabfälle ausschließlich ordnungsgemäß zu entsorgen.

